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Hannover (epd). Das niedersächsische Kultusministerium hat einer Abschaffung des konfessionellen Religionsunterrichts eine klare Absage erteilt. In Niedersachsen gebe es schon immer den Zweiklang aus Religionsunterricht und dem Fach Werte und Normen, sagte ein Sprecher am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Neben evangelischem und katholischem gebe es auch islamischen Religionsunterricht: «An dem halten wir fest.»

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte Anfang der Woche gefordert, den konfessionellen Religionsunterricht an den Schulen durch einen für alle Schülerinnen und Schüler geltenden Ethik-Unterricht zu ersetzen. Der Religionsunterricht solle allerdings nicht flächendeckend abgeschafft werden, sagte Landesvorsitzender Stefan Störmer dem epd. Mit dem Vorschlag wolle man Eltern und Schulen lediglich ermöglichen, mit dem Modell der bekenntnisfreien Schule das Ethikfach einzuführen. Wahrscheinlich würden dies relative wenige Schulen in Anspruch nehmen.

Ministeriumssprecher Ulrich Schubert sagte, die Regierungsfraktionen hätten sich bereits in ihrer Koalitionsvereinbarung darauf verständigt, den konfessionellen Religionsunterricht und das Fach Werte und Normen positiv zu begleiten. «Und wir sind gerade dabei zu prüfen, inwiefern wir auch in den Grundschulen noch stärker Werte und Normen anbieten können.»

Sowohl die evangelischen Kirchen als auch der niedersächsische Philologenverband, der rund 8.000 Lehrkräfte an Gymnasien vertritt, hatten die Vorschläge der GEW abgelehnt.

In Niedersachsen werden per Schulgesetz Schülerinnen und Schüler aller Bekenntnisse und Weltanschauungen ohne Unterschiede erzogen und unterrichtet. Grundlage dafür ist das Grundgesetz: Demzufolge ist der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. In Niedersachsen gibt es nach Angaben des Ministeriums keine bekenntnisfreien Schulen, lediglich an einigen Fachschulen ist Religion aufgrund der Ausrichtung kein ordentliches Lehrfach.